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400asa: Theaterexpedition zum WEF
Danke für Güetzi
Als globalisierungskritischen Kontrapunkt zum World Economic Forum gibt es dieser Tage das «Public Eye on Davos», das namentlich von der Erklärung von Bern getragen wird. Programmiert ist da zum Beispiel die Podiumsdiskussion mit einer Fabrikarbeiterin aus Bangladesh oder morgen Abend die jüngste Premiere der Theatergruppe 400asa. Ein «Theaterlehrstück» soll deren Expedition nach Davos werden - im nämlichen Sinn, in dem das WEF ein Lehrstück in Sachen Globalisierung ist.
Der zentrale Begriff, an dem sich 400asa in Davos orientieren, ist der der Ausgrenzung: «Mit künstlerischen und dokumentarischen Mitteln untersuchen wir den Ausschluss gewisser Menschen vom Wohlstand und vom Diskurs. Wir wollen erfahren, auf welche Weise wirtschaftliche Öffnung neue Grenzen in der Politik, der Kommunikation und ganz allgemein in den Beziehungen zwischen Menschen schafft.» Das tönt wie stets bei 400asa nicht wenig dogmatisch und klassenkämpferisch. Lukas Bärfuss, Samuel Schwarz und ihre Mitstreiter wollen aber nicht einfach als Theaterfuzzis in den Bündner Ferienort reisen und Agitprop betreiben, sondern ihren Auftritt selbst hinterfragen und so dem Konformitätsdruck ausweichen. «Die Autonomen verhalten sich auf ihrer Seite genau so konform wie die Polizei. Alle deklinieren ihre Aufgabe durch. Es ist klar, was von uns erwartet wird. Vielleicht müssen wir mit dem Widerstand gerade hier ansetzen», sagt Schwarz. «Es gibt auch eine Romantik der Kritik.» Das ist eine Falle, aus der nicht so leicht herauszukommen ist. Die Strategie von 400asa ist, «wahrhaftig zu sein» und bei sich selber anzusetzen.
Das Perverse an der Situation sei ja, sagt Schwarz, dass auf Seiten der Globalisierungsgegner der Anlass genauso zur Selbstdarstellungs-Plattform verkommt wie auf Veranstalterseite, wo auf «herablassende Weise ein Unterschied, den die Herrschenden erst geschaffen haben, vorübergehend aufgehoben wird und uns das nachher noch als Güetzi verkauft wird». Wie sich 400asa der Schlinge entwinden, ist am Donnerstag zwischen 19 und 23 Uhr im Davoser Hugo-Richter-Saal zu sehen. Eine Nachbereitung im Unterland ist für den 31. Januar im Zürcher Fabriktheater geplant, wo 400asa dieses Jahr «Artists in residence» sind.
kl
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