Hamlet und Fellini basteln
Die Theatergruppe 400asa und die Compagnie Sans Filtre bieten in der Roten Fabrik ein Programm der Anspielungen.
Gezaudert wird in „Hob(b)y-Hamlet. Teil zwei. Wie es uns gefällt“ der Theatergruppe 400asa bereits, bevor der Prinz von Dänemark zum ersten Mal die Bühne betritt. Nachdem die um einene Restauranttisch gruppierten Schauspieler Philippe Graber, Kaspar Weiss und Philipp Stengele (die im Verlauf des Abends fast sämtliche Rollen übernehmen werden) ein paar einführende Worte zu Shakespeare (dem „kräftigen Erzeuger auf literarischem Gebiet“) verloren haben, halten sie schon nac h wenigen Minuten inne und erwägen, eine Kollekte zu machen. Denn die Klassiker-Dekonstruktion von Lukas Bärfuss, Samuel Schwarz und Iris Zatnop handelt nicht nur vom alten Drama am Königshof, sondern auch von den heutigen Überlebensstrategien kriesngebeutelter Kulturschaffender. Vonallerlei modischem Theaterhokuspokus zur Steigerung der Quote, vom singen und Turnen à la Marthaler und vom Jonglieren mit heissen Eisen à la Schlingensief.
Von Agathe Blaser
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